5/3/1 Training nach Jim Wendler: System, Training Max und Zyklus erklärt
So funktioniert 5/3/1 nach Jim Wendler: Training Max, klassische Prozentwelle, Plus-Sätze, Deload, Progression und Assistenztraining verständlich erklärt.

5/3/1 ist ein von Jim Wendler entwickeltes System für langfristig geplantes Krafttraining. Die Arbeitssätze werden nicht einfach vom höchsten jemals bewegten Gewicht abgeleitet, sondern von einem bewusst submaximalen Training Max. Darauf bauen Belastungswochen, planbare kleine Steigerungen und je nach Template unterschiedliche Zusatzarbeit auf.
Die Prozentwerte auf dieser Seite zeigen die klassische Grundform als verständliches Beispiel. 5/3/1 ist über mehrere Bücher und offizielle Templates weiterentwickelt worden. Deshalb ist diese Welle nicht die einzig mögliche Wendler-Variante – und ein einzelner Prozentplan ersetzt nicht die vollständige Programmbeschreibung.
Was ist das 5/3/1 Training?
5/3/1 verbindet wenige große Langhantelübungen mit einer bewusst langsamen Progression. Statt in jeder Einheit ein echtes Maximalgewicht zu testen, trainierst du mit Gewichten, die von einem niedrigeren Arbeitswert berechnet werden. Das Ziel ist nicht, eine einzelne spektakuläre Woche zu produzieren, sondern über viele Zyklen technisch gute Wiederholungen und belastbare Fortschritte zu sammeln.
Jim Wendler stellte die Grundidee 2009 vor. Seitdem sind zahlreiche offizielle Varianten entstanden – etwa für Einsteiger, Kraftaufbau, Muskelaufbau oder Athletik. Gemeinsam bleiben die Grundprinzipien: realistisch starten, submaximal trainieren, Fortschritt nicht erzwingen und das Gesamtprogramm passend dosieren.
Die vier Grundübungen
Die klassische 5/3/1-Basis verwendet vier Hauptübungen:
- Kniebeuge (Squat)
- Bankdrücken (Bench Press)
- Kreuzheben (Deadlift)
- stehendes Schulterdrücken, häufig Military Press oder Overhead Press genannt
In der ursprünglichen Vier-Tage-Struktur steht pro Trainingstag eine dieser Übungen im Mittelpunkt. Offizielle Varianten können zwei Hauptübungen in einer Einheit kombinieren oder die Woche anders organisieren. Entscheidend ist deshalb immer das ausgewählte Template.
Was ist das Training Max?
Das Training Max (TM) ist die Rechengröße für die Arbeitssätze. Es ist nicht automatisch dein aktuelles echtes 1RM und kein Gewicht, das du in jeder Einheit maximal bewegen sollst.
Historisch wurde das klassische 5/3/1 häufig mit 90 Prozent eines realistischen 1RM gestartet. Bei einem 1RM von 100 kg ergäbe das ein Training Max von 90 kg; die Prozente der Wochentabelle werden anschließend von diesen 90 kg berechnet, nicht von 100 kg.
90 Prozent sind aber keine universelle Regel für jedes 5/3/1-Template. In offiziellen Beiträgen verwendet Wendler je nach Programm und Ziel auch 85 Prozent oder 80–85 Prozent. Für „Building the Monolith“ empfiehlt er beispielsweise einen eher niedrig gewählten Wert von 85 Prozent; sein Einsteiger-Template arbeitet mit 80–85 Prozent. Das konkrete Programm bestimmt den passenden Ausgangswert.
Ein Training Max ist sinnvoll gewählt, wenn die vorgesehenen Wiederholungen technisch kontrolliert bleiben. Werden Wiederholungen langsam, unsauber oder zu Grinding-Reps, ist „mehr Gewicht“ nicht automatisch die richtige Antwort. Wendler betont in seinen offiziellen Einsteigerhinweisen ausdrücklich, dass das Training Max nicht erhöht werden soll, wenn die Wiederholungsqualität nicht stimmt.
So funktioniert ein klassischer 5/3/1-Zyklus
Die folgende Tabelle zeigt die verbreitete klassische Vier-Wochen-Welle. Alle Prozente beziehen sich auf das Training Max. Aufwärmsätze und Assistenzarbeit sind nicht enthalten.
| Woche | Satz 1 | Satz 2 | Satz 3 | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|---|
| Woche 1 | 65 % × 5 | 75 % × 5 | 85 % × 5+ | 5er-Woche |
| Woche 2 | 70 % × 3 | 80 % × 3 | 90 % × 3+ | 3er-Woche |
| Woche 3 | 75 % × 5 | 85 % × 3 | 95 % × 1+ | 5/3/1-Woche |
| Woche 4 | 40 % × 5 | 50 % × 5 | 60 % × 5 | klassische Deload-Woche |
Woche 1 – 5er-Woche
Die drei Arbeitssätze steigen von 65 über 75 auf 85 Prozent des Training Max. Der letzte Satz verlangt mindestens fünf Wiederholungen. In der klassischen Fassung kann er als Plus-Satz für weitere saubere Wiederholungen genutzt werden.
Woche 2 – 3er-Woche
Die Arbeitssätze liegen bei 70, 80 und 90 Prozent des Training Max. Im letzten Satz sind mindestens drei Wiederholungen vorgesehen.
Woche 3 – 5/3/1-Woche
Die letzte Belastungswoche kombiniert fünf Wiederholungen bei 75 Prozent, drei bei 85 Prozent und mindestens eine bei 95 Prozent. Auch hier beziehen sich die Prozentwerte auf das Training Max – nicht direkt auf das echte 1RM.
Deload oder leichtere Woche
In der klassischen Grundform folgt eine leichtere Woche mit 40, 50 und 60 Prozent des Training Max für jeweils fünf Wiederholungen. Ihr Zweck ist Belastung zu reduzieren, nicht einen neuen Wiederholungsrekord aufzustellen.
Spätere 5/3/1-Programme organisieren Deloads teilweise anders, etwa nach längeren Trainingsblöcken oder mit template-eigener Zusatzarbeit. Deshalb sollte die 40/50/60-Woche als klassische Variante, nicht als unveränderliche Regel jedes modernen 5/3/1-Plans verstanden werden.
Wie wird von Zyklus zu Zyklus gesteigert?
Nach einem abgeschlossenen klassischen Zyklus wird die Rechengröße in kleinen Schritten fortgeschrieben:
- Bankdrücken und Overhead Press: höchstens +5 lb
- Kniebeuge und Kreuzheben: höchstens +10 lb
Im metrischen Training werden diese Schritte üblicherweise praktikabel auf +2,5 kg für die Oberkörperübungen und +5 kg für die Unterkörperübungen gerundet. Diese Kilogrammwerte sind eine gebräuchliche Umsetzung der Pfundvorgabe, keine andere offizielle Progressionsregel.
Wichtig: Das Training Max wird fortgeschrieben – nicht nach jeder guten Einheit aus einem neuen geschätzten 1RM komplett neu berechnet. Wenn der Arbeitswert die technisch saubere Leistung überholt, ist eine Anpassung nach unten sinnvoller als ein erzwungener weiterer Sprung.
Was bedeuten die Plus-Sätze?
Die Schreibweisen 5+, 3+ und 1+ bedeuten: Erreiche mindestens die genannte Wiederholungszahl und führe bei passender Tagesform weitere gute Wiederholungen aus. Der Plus-Satz kann damit einen Wiederholungsfortschritt sichtbar machen, ohne dass ein echtes 1RM getestet werden muss.
Ein Plus-Satz ist aber nicht gleichbedeutend mit absolutem Muskelversagen. Offizielle Wendler-Beispiele formulieren ausdrücklich, PR-Sätze nicht bis zum Versagen zu treiben; für Einsteiger sollen keine langsamen, grindenden oder technisch schlechten Langhantelwiederholungen entstehen. Je nach Template werden Plus-Sätze außerdem bewusst weggelassen und nur die vorgegebenen Wiederholungen ausgeführt.
Assistenztraining: wichtig, aber vom Template abhängig
5/3/1 besteht nicht nur aus drei Prozentsätzen. Zur vollständigen Planung gehören je nach Variante Aufwärmen, Sprünge oder Würfe, ergänzende Hauptübungsarbeit, Assistenztraining und Konditionierung.
Wendler ordnet Assistenzübungen in seinem Einsteiger-Template beispielsweise den Bereichen Push, Pull sowie Single Leg/Core zu. Andere offizielle Varianten wie Boring But Big setzen zusätzliche Volumensätze der Hauptübungen ein. Die richtige Auswahl hängt vom konkreten Template, Trainingsziel und verkraftbaren Gesamtvolumen ab. Assistenzarbeit soll die Hauptarbeit ergänzen – nicht ihre Qualität durch unnötige Ermüdung verschlechtern.
5/3/1-Gewichte automatisch berechnen
Für jede Hauptübung werden Training Max, Prozentsatz und sinnvolle Rundung kombiniert. Der native Rechner auf dieser Website nimmt dir diese Rechenschritte ab und zeigt die klassische Welle von Woche 1 bis zum Deload transparent an.
Der Rechner ist eine Rechenhilfe. Er entscheidet nicht, welches 5/3/1-Template, welches Training Max oder welches Assistenzvolumen für dich passend ist.
5/3/1 und der Progression Builder in der Coach Cedric App
Die Coach Cedric App übernimmt die Idee einer strukturierten, zyklischen Progression und ergänzt sie um eigene Trainingsoptionen. Neben einem klassisch 5/3/1-orientierten Ansatz gibt es im flexiblen Muskelaufbau eine eigene 8/6/3+-Logik: eine Woche mit 8er-Zielen, eine mit 6er-Zielen und eine schwerere 3er-Woche, jeweils mit einem möglichen Plus-Satz bei der Hauptübung.
Diese Hypertrophie-Logik ist eine App-eigene Progressionsvariante und kein offizielles Jim-Wendler-Template. Auch die App-Bezeichnung „Progression Builder“ beschreibt das Coach-Cedric-Produkt; sie darf nicht mit Wendlers Originalsystem gleichgesetzt werden.
Kurz zusammengefasst
5/3/1 ist kein einzelner starrer Prozentplan, sondern ein über Jahre weiterentwickeltes Krafttrainingssystem. Für die klassische Grundform sind fünf Punkte entscheidend:
- Die vier Hauptübungen sind Kniebeuge, Bankdrücken, Kreuzheben und Overhead Press.
- Die Prozente werden von einem submaximalen Training Max berechnet.
- 90 Prozent sind ein klassischer Startwert, aber nicht für jedes Template die richtige oder einzige Wahl.
- Plus-Sätze erlauben zusätzliche saubere Wiederholungen, verlangen aber kein absolutes Muskelversagen.
- Kleine, planbare Erhöhungen des Training Max sind wichtiger als ständig neue Maximaltests.
Wenn du 5/3/1 praktisch nutzen möchtest, wähle zuerst ein vollständiges Template und dessen Training-Max-Vorgabe. Berechne danach die Gewichte – nicht umgekehrt.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu 5/3/1
Was bedeutet 5/3/1 beim Training?
Der Name beschreibt die Wiederholungsziele der klassischen dritten Trainingswoche: fünf, drei und mindestens eine Wiederholung. Das gesamte System umfasst jedoch mehr als diese drei Zahlen – insbesondere Training Max, mehrere Belastungswochen, Fortschreibung und passende Assistenzarbeit.
Wie berechnet man das Training Max?
Das Training Max ist ein bewusst submaximaler Arbeitswert. In der klassischen Fassung wurden häufig 90 Prozent eines realistischen 1RM verwendet. Neuere oder spezielle Wendler-Templates können mit 85 oder 80 Prozent arbeiten. Maßgeblich ist das konkrete Template, nicht eine pauschale Zahl.
Wie oft trainiert man mit 5/3/1?
Die ursprüngliche Grundform wird häufig an drei oder vier Tagen pro Woche organisiert. In einer klassischen Vier-Tage-Woche steht pro Einheit eine der vier Hauptübungen im Mittelpunkt. Andere offizielle Templates verteilen die Übungen anders.
Was bedeuten 5+, 3+ und 1+?
Das Plus kennzeichnet einen Satz mit mindestens der vorgegebenen Wiederholungszahl und der Möglichkeit für weitere technisch saubere Wiederholungen. Es ist keine Aufforderung, jede Woche bis zum absoluten Muskelversagen oder mit erzwungenen Wiederholungen zu trainieren.
Wann erhöht man das Training Max?
Im klassischen System wird es nach einem abgeschlossenen Zyklus typischerweise um höchstens 5 lb bei Bankdrücken und Press sowie 10 lb bei Kniebeuge und Kreuzheben erhöht. In Kilogramm werden dafür meist 2,5 kg beziehungsweise 5 kg praktikabel gerundet.
Ist 8/6/3+ Teil von Jim Wendlers 5/3/1?
Nein. Die 8/6/3+-Logik ist eine eigene, stärker hypertrophieorientierte Progressionsoption des Coach Cedric Progression Builders. Sie übernimmt die Idee zyklischer Belastungssteuerung, ist aber kein offizielles Jim-Wendler-Template.
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